Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) mit Baumbestandsplan zur Erweiterung des Depots der Archäologischen Staatssammlung in Baldham

Das Staatliche Bauamt Rosenheim plant im Auftrag der Archäologischen Staats-sammlung eine Erweiterung deren Depots in Baldham. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine verwilderte Gartenanlage mit einer biotopkartierten Wiese und einem alten Baumbestand, der v. a. als Lebensraum für Vögel und Fledermäuse von Bedeutung sein kann. Um die Auswirkungen des Vorhabens auf besonders oder streng geschützte Tiere und Pflanzen abschätzen zu können, musste eine „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ (saP) des Vorhabens durchgeführt werden.

In einer Bestandsaufnahme wurde das Grundstück auf saP-relevante Arten (= Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie und europäische Vogelarten nach Art. 1 der Vogelschutz-Richtlinie) bzw. auf bedeutsame Lebensraumstrukturen saP-relevanter Arten hin uberprüftt. Dies beinhaltete die Untersuchung der Bäume auf Horste, Baumhöhlen und Spalten, eine Kartierung der Fledermausvorkommen mittels Batcorder und eine Kartierung der Brutvögel. Dabei wurden insgesamt drei Fledermausarten und 22 Vogelarten nachgewiesen. Bei der Abschätzung der Wirkungen des Vorhabens auf die nachgewiesenen Arten zeigte sich, dass eine Gefährdung bzw. Schädigung des Erhaltungszustandes der lokalen Populationen auszuschließen war. Die drei Fledermausarten nutzten das Gelände nur als Jagdhabitat. Bei den nachgewiesenen Vogelarten (z. B. Amsel) handelte es sich um häufige, weit verbreitete und nicht gefährdete Arten, die grundsätzlich eine geringe Wirkungsempfindlichkeit gegenüber einzelnen Eingriffsprojekten aufweisen. Da diese Vogelarten keine spezifischen Lebensraumansprüche besitzen, sind im Umfeld geeignete Lebensräume vorhanden. Insgesamt wurde daher keine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für das Bauvorhaben als notwendig erachtet.

Ergänzend wurde für den Bereich des voraussichtlichen Baufeldes ein Baumbestandsplan erstellt. Dieser umfasste die punktgenaue Erfassung aller Bäume (> 40 cm Stammumfang) per GPS, Angaben zur Art, Stammumfang, Kronendurchmesser, Höhe und die Beschreibung evtl. Besonderheiten (Vitalitätszustand, etc.).

Neben dem Gutachten zur Erweiterung des Depots der Archäologischen Staatssammlung in Baldham wurden vom Planungsbüro PAN in den letzten Jahren mehrfach für diverse Auftraggeber und Bauvorhaben Angaben zu speziellen artenschutzrechtlichen Prüfungen (saP)aufgestellt. Dazu zählen unter anderem:

  • 2012: Bauvorhaben Baldham, Brunnenstraße 59 (Bebauung eines Grundstückes mit zwei Einfamilienhäusern inkl. Garagen; Auftraggeber: privat)
  • 2012: Gemeinde Krailling – Bebauungsplan Nr. 49 „für den Bereich Waldsanatorium, Feuerwehr und Grüngutsammelstelle an der Pentenrieder Straße“ (Auftraggeber: Gemeinde Krailling)
  • 2012: Bauvorhaben Technische Universität München Schragenhofstr. 31, München, Moosach (Anbau eines Einspritzprüffeldes auf dem Gelände der Technischen Universität München; Auftraggeber: Staatliches Bauamt München 2)
  • 2011: Sanierung Hochwasserschutzdeich Piding (Auftraggeber: Wasserwirtschaftsamt Traunstein)
  • 2011: Bauvorhaben Wilhelmstr. 2, (Bau eines Bürogebäudes mit Wohnung und Tiefgarage; Auftraggeber: R u.R Immobilien GmbH)

Projekte nach Tätigkeitsfeldern

Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) mit Baumbestandsplan zur Erweiterung des Depots der Archäologischen Staatssammlung in Baldham

Details zur saP

Auftraggeber: Staatliches Bauamt Rosenheim

Auftragnehmer: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH

Aufgabenstellung: Aufstellung naturschutzfachlicher Angaben zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) zur Erweiterung des Depots der Archäologischen Staatssammlung in Baldham, Erstellung eines Baumbestandsplanes

Leistungen: Auswertung vorhandener Daten und Gutachten; Kartierung Lebensraumstrukturen, Brutvögel, Fledermäuse, Zauneidechse; Auswahl der prüfrelevanten Arten („Abschichtung“); Erstellung der Unterlagen zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) inkl. Festlegung von Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen; Abstimmung der Ergebnisse mit den Naturschutzbehörden; Erstellung Baumbestandsplan.

Bearbeitungszeitraum: 2010