PEPL Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld – Werratal“

... steht in den Jahren 2010 und 2011 eine umfassende Erhebung (Biotopkartierung im Offenland und im Wald, Erfassung von Vögeln, Fledermäusen, Wildkatze, Fischotter, Amphibien, Fischen u. Rundmäulern, Makrozoobenthos, Mollusken, Tagfaltern, Libellen, Heuschrecken, xylobionten Käfern, Gefäßpflanzen, Moosen und Pilzen). Außerdem soll eine sozioökonomische Analyse durchgeführt werden

In der „klassischen“ Planung werden anschließend Leitbild, Ziele und Maßnahmen vom Planer vorgeschlagen und anschließend mit den Akteuren abgestimmt. Unsere Erfahrungen in verschiedenen Projekten haben jedoch gezeigt, dass die Akzeptanz wesentlich erhöht werden kann, wenn bestimmte, definierte Akteurs-Gruppen (z. B. Landwirte, Forstleute etc.) unabhängig von den naturschutzfachlichen Vorstellungen ihre eigenen Zielvorstellungen präzisieren und räumlich konkret darstellen. Der Vorteil besteht einmal darin, dass die Interessen dieser Akteure als gleichberechtigt wahrgenommen werden, was erheblich zur Vertrauensbildung beiträgt. Anschließend werden diese Zielvorstellungen mit denen des Naturschutzes verschnitten, um die Zielkonflikte herauszuarbeiten. Dabei kommt erfahrungsgemäß der zweite Vorteil dieses Verfahrens zum Tragen: Die Akteure erkennen mit einiger Überraschung, dass die Zielkonflikte weit weniger ausgeprägt sind, als sie ursprünglich vermutet haben. Anschließend muss nur noch über diese konkreten Konflikte diskutiert werden. Gerade im Zusammenhang mit Naturschutzprojekten verbreitete „Scheindiskussionen“ um nicht relevante Themen werden so vermieden. Für die Konfliktbereiche werden Kompromisslösungen gefunden. Dabei werden ggf. auch bestimmte „Zwangspunkte“ (z. B. der gesetzliche Schutz bestimmter Biotoptypen) identifiziert, über die nicht diskutiert werden kann. Ergebnis ist dann ein mit allen Akteuren abgestimmtes Konzept – das „Gemeinsame Entwicklungskonzept“.

Das Projektgebiet liegt im Drei-Länder-Eck Thüringen, Niedersachsen und Hessen zwischen den Mittelgebirgen Harz und Hainich. Es erstreckt sich über eine Länge von ca. 130 km entlang des „Grünen Bandes“ zwischen den Städten Bad Sachsa und Wanfried und berührt insgesamt die sechs Landkreise Osterode am Harz, Nordhausen, Göttingen, Eichsfeld, Werra-Meißner-Kreis und Unstrut-Hainich-Kreis. Es hat eine Größe von 31.300 ha, wobei die Kerngebiete des Projekts ca. 18.500 ha umfassen.

Das Projekt ist nicht nur hinsichtlich der Größe eine echte Herausforderung – es ist eines der größten Naturschutzgroßprojekte Deutschlands – sondern auch in Hinblick auf die Vielzahl der beteiligten Akteure und den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, dass die Besonderheiten dreier Bundesländer zu berücksichtigen sind.

PAN arbeitet bei diesem Projekt insbesondere in der Erfassungsphase intensiv mit der WAGU GmbH (Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung) aus Kassel und weiteren freien Mitarbeitern zusammen.

Projekte nach Tätigkeitsfeldern

PEPL Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld – Werratal“

Details zum PEPL

Auftraggeber: Heinz Sielmann Stiftung

Auftragnehmer: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH und WAGU GmbH

Aufgabenstellung: Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) mit sozioökonomischer Analyse als wesentliche Grundlage für die eigentliche Umsetzung der Maßnahmen.

Bearbeitungszeitraum: seit 2010

Weitere Informationen: Heinz-Sielmann-Stiftung