FFH-Managementplan „Sallingbachtal“

Bei den Managementplänen erfolgt nach einer Informationsveranstaltung zunächst die Erfassung der sog. Schutzgüter, also der Arten und Lebensraumtypen (LRT) gemäß dem Anhang der FFH-Richtlinie. Im Vordergrund steht im Sallingbachtal das Vorkommen der Bachmuschel, deren Erfassung die Regierung von Niederbayern an Herrn Colling vergeben hatte. Waldlebensräume liegen im Zuständigkeitsbereich des Amts für Landwirtschaft und Forsten Landau a. d. Isar und wurden dort von Herrn Hirschfelder bearbeitet. Die Erfassung von Fischen wurde durch die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Niederbayern (Herrn Hoch) durchgeführt.

PAN hatte nun die Aufgabe, die kombinierte Biotop- bzw. LRT-Kartierung sowie die Erfassung der übrigen FFH-Arten (Biber, Schmale und Vierzähnige Windelschnecke) durchzuführen und schließlich alle Daten im Managementplan zusammenzuführen. Unsere Vorschläge für Ziele und Maßnahmen wurden mit den Naturschutzbehörden, dem Wasserwirtschaftsamt, dem Forst, der Fachberatung für Fischerei sowie dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. intensiv abgestimmt, so dass die endgültigen Karten schließlich äußerst detaillierte Ziel- und Maßnahmenvorschläge enthalten.

Zur Förderung der Bachmuschel haben wir dabei u. a. folgendes Maßnahmenpaket bestehend aus mehreren, unabhängig voneinander durchführbaren Einzelmaßnahmen vorgeschlagen:

  • Umwandlung der bestehenden Abstürze in raue Sohlgleiten, wobei ein Gefälle von 1:20 nicht überschritten werden darf. Dadurch soll die gestörte Durchgängigkeit des Sallingbachs an diesen Stellen wieder hergestellt werden.
  • Einbringung und Befestigung von natürlichem Substrat (z. B. größere Steine) in dem Durchlass unter der Autobahn bei Sallingberg. Durch diese Strukturanreicherung soll die Barrierewirkung des Durchlasses für Fische und sonstige Wasserfauna verringert werden.
  • Durchführung von Räumungen in kleinen Abschnitten (10-30 m) zur Verringerung der Schlammfracht. Diese Maßnahme muss mit einer Untersuchung des Muschelbestands im zu räumenden Abschnitt durch fachkundiges Personal begleitet werden. Ggf. ausgebaggerte Muscheln sollen wieder eingesetzt werden.
  • Einbringung von gewaschenem Kies an geeigneten Stellen. Dabei soll Kies mit einem Durchmesser von 2-3 cm schubkarrenweise am Bachrand abgelagert werden, so dass bei stärkerer Wasserführung eine Umlagerung des Kieses und ein natürlicher Einbau in die Gewässersohle erfolgen kann. Mit dieser Maßnahme soll die Entstehung von Kiesbänken als Lebensraum der Bachmuschel sowie als Laichsubstrat für die Elritze (Wirtsfisch der Bachmuschel) geschaffen werden.
  • Einbringung von Wurzelstöcken an geeigneten Stellen zur Förderung des Strukturreichtums im Bachbett.
  • Schaffung von Flachwasserzonen, insbesondere an Seitengräben. Damit sollen Lebensräume für die Jungfische der Elritze geschaffen werden, an denen sie vor Raubfischen sicher sind.

Der fertig Entwurf des Managementplans wurde am 27. November 2008 im Rahmen eines „Runden Tisch“ vorgestellt und anschließend in den betroffenen Rathäusern und im Landratsamt Kelheim ausgelegt. Nachdem keine konkreten Änderungsvorschläge bei der Regierung eingegangen sind, wurde der Managementplan danach abgeschlossen und die Umsetzung der Maßnahmen federführend durch den Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. begonnen.

Projekte nach Tätigkeitsfeldern

FFH-Managementplan „Sallingbachtal“

Details zum FFH-Managementplan „Sallingbachtal“

Auftraggeber: Regierung von Niederbayern

Auftragnehmer: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH

Aufgabenstellung: Erstellung des FFH-Managementplans für das FFH-Gebiet „Sallingbachtal“

Bearbeitungszeitraum: 2007 - 2009